{"id":32950,"date":"2025-08-08T15:15:11","date_gmt":"2025-08-08T13:15:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/?p=32950"},"modified":"2025-08-08T14:48:30","modified_gmt":"2025-08-08T12:48:30","slug":"die-ruhe-die-tiefe-und-das-moewengeschrei-das-ystad-sweden-jazz-festival","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/2025\/08\/die-ruhe-die-tiefe-und-das-moewengeschrei-das-ystad-sweden-jazz-festival\/","title":{"rendered":"Die Ruhe, die Tiefe und das M\u00f6wengeschrei: das \u201eYstad Sweden Jazz Festival\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Traumwetter und funkelnde T\u00f6ne an vier Tagen: Im s\u00fcdschwedischen Ystad, der Heimat des Roman- und Film-Ermittlers Kurt Wallander, herrschte jetzt bei der 16. Ausgabe des hervorragenden dortigen Jazzfestivals idyllische Stimmung. Und es gab mitrei\u00dfende Konzerte von Musiker:innen wie Catherine Russell, Dave Holland und Mike Stern.<\/strong><\/p>\n<p>Strahlend blauer, wolkenloser Himmel, in einem Garten spielt ein Trio auf einer Terrasse unter einem Birnbaum mit \u00fcppigen, noch gr\u00fcnen Fr\u00fcchten. Auf einer Wiese davor, neben weit ge\u00f6ffneten Rosenbl\u00fcten ein schwelgendes Publikum, das einen besonders entspannten Nachmittag genie\u00dft. Bassist Hans Backenroth, Trompeter Thomas Fryland und Gitarrist Jacob Fischer spielen mit swingender Gelassenheit und entspannt-beil\u00e4ufiger Virtuosit\u00e4t Standards wie \u201eMy melancholy Baby\u201c und \u201eBluesette\u201c, lassen ungemein klare Trompetent\u00f6ne in die H\u00f6he schweben und fangen sie mit den beseelt-bewegten Kl\u00e4ngen des Kontrabasses und der Gitarre wieder auf. Ab und zu fliegt eine M\u00f6we \u00fcber den Garten und mischt sich mit offenbar animiertem Kreischen ins musikalische Geschehen ein.<\/p>\n<p>Solche Momente kann man in Ystad erleben, jener Stadt, in der Henning Mankells Roman- und Film-Ermittler Kurt Wallander so manchen d\u00fcsteren Fall l\u00f6ste. Seit 2010 gibt es dort das \u201eYstad Sweden Jazz Festival\u201c. Und jedes Jahr zeigt die s\u00fcdschwedische Hafenstadt dabei ihre besonders freundliche Seite. Insgesamt 92 ehrenamtliche Helfer stemmen die Aufgabe, das vorbildlich organisierte Festival gut \u00fcber die B\u00fchne zu bringen, dessen Programm der in Ystad lebende schwedische Jazzpianist Jan Lundgren leitet.<\/p>\n<h4>Momente f\u00fcrs Langzeitged\u00e4chtnis<\/h4>\n<p>Neben idyllischen Augenblicken zum Genie\u00dfen gibt es dort auch immer wieder musikalische Momente f\u00fcrs Langzeitged\u00e4chtnis. Davon ereigneten sich diesmal gleich zwei am ersten Festivaltag am Hauptspielort, im \u201eTeater Ystad\u201c, einem\u00a0 Geb\u00e4ude von 1894, das in seinem hufeisenf\u00f6rmigen Zuschauerraum 460 Pl\u00e4tze bietet und f\u00fcr mich einer der sch\u00f6nsten Orte ist, an denen man Jazz h\u00f6ren kann \u2013 weil man von vielen Pl\u00e4tzen aus den Musikern zum Greifen nahe zu sein glaubt.<\/p>\n<p>Dort setzte am ersten Nachmittag der 78-j\u00e4hrige Bassist Dave Holland ein Highlight der eng verwobenen Band-Kommunikation. Holland, der schon 1968 beim Jazz-Leitwolf Miles Davis spielte, kam im Trio mit Saxophonist Chris Potter und Schlagzeuger Marcus Gilmore (und ohne den erkrankten Gitarristen Kevin Eubanks) und lie\u00df mit den beiden ein Konzert-Meisterwerk aus stoischer Ruhe einerseits und entfesselter Intensit\u00e4t andererseits entstehen. Es war atemberaubend, mitzuverfolgen, wie Holland in Solo-Einleitungen und ausgedehnten Kontrabass-Soli gro\u00dfe B\u00f6gen aus fein fortgesponnenen musikalischen Motiven entwickelte. Und wie sich daraus mit den Lava-Str\u00f6men aus dem Tenorsaxophon von Chris Potter und den komplex-kraftvollen Rhythmen von Marcus Gilmore immer wieder eine enorm dichte und subtanzreiche Gruppen-Interaktion entwickelte. Das war Ton f\u00fcr Ton v\u00f6llig ernsthafte, hochkonzentrierte Musik, die in Eigenkompositionen wie \u201eTriple Dance\u201c und \u201eQuiet Fire\u201c ganz in die Tiefe der musikalischen Kommunikation ging. Diese Musik \u2013 in der es keine einzige leere Note gibt &#8211; konnte man in der Intimit\u00e4t des sch\u00f6nen Theaterraums besonders stark erleben.<\/p>\n<h4>Lustmusiker in H\u00f6chstform: Mike Stern<\/h4>\n<p>Auch der Auftritt des Gitarristen Mike Stern mit seiner Band, wenige Stunden sp\u00e4ter am selben Ort, war ein Gl\u00fccksfall in der Verbindung von Augenblick und Ort. Im Quintett mit seiner Frau Leni Stern an der Gitarre, Gabor Bolla am Tenorsaxophon (in seinem ersten Auftritt in dieser Band), Jimmy Haslip am E-Bass und Dennis Chambers am Schlagzeug lie\u00df Stern seine luftig-rockjazzigen Kompositionen in ausgreifenden Versionen aufbl\u00fchen. Stern selbst spielte schon mal ein Solo von gut f\u00fcnf Minuten, das sich von Chorus zu Chorus immer mehr steigerte und nirgends langweilig wurde: Faszinierend, wie dieser Gitarrist sein genussvoll aufjauchzendes Spiel immer wieder mit kleinen akkordischen Einw\u00fcrfen anreichert und die manchmal vertrackten Themen in Unisono-Passagen mit dem Saxophonisten zu kleinen, beil\u00e4ufigen Aha-Effekten macht. Das alles ist umso erstaunlicher, da er nach einem Unfall 2016 noch Einschr\u00e4nkungen an der rechten Hand hat und das Plektrum mit Per\u00fcckenkleber an den Fingern befestigt. Auch Stern, dieser inzwischen 72-j\u00e4hrige Lustmusiker, erntete in Ystad st\u00fcrmischen Jubel.<\/p>\n<div class=\"tiled-gallery type-rectangular tiled-gallery-unresized\" data-original-width=\"840\" data-carousel-extra='{&quot;blog_id&quot;:1,&quot;permalink&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.jazzzeitung.de\\\/cms\\\/2025\\\/08\\\/die-ruhe-die-tiefe-und-das-moewengeschrei-das-ystad-sweden-jazz-festival\\\/&quot;,&quot;likes_blog_id&quot;:55446655}' itemscope itemtype=\"http:\/\/schema.org\/ImageGallery\" > <div class=\"gallery-row\" style=\"width: 840px; height: 202px;\" data-original-width=\"840\" data-original-height=\"202\" > <div class=\"gallery-group images-1\" style=\"width: 152px; height: 202px;\" data-original-width=\"152\" data-original-height=\"202\" > <div class=\"tiled-gallery-item tiled-gallery-item-small\" itemprop=\"associatedMedia\" itemscope itemtype=\"http:\/\/schema.org\/ImageObject\"> <a href=\"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/2025\/08\/die-ruhe-die-tiefe-und-das-moewengeschrei-das-ystad-sweden-jazz-festival\/bassist-dave-holland-in-ystad-20250730_194300\/\" border=\"0\" itemprop=\"url\"> <meta itemprop=\"width\" content=\"148\"> <meta itemprop=\"height\" content=\"198\"> <img decoding=\"async\" class=\"\" data-attachment-id=\"32953\" data-orig-file=\"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bassist-Dave-Holland-in-Ystad.-20250730_194300-scaled.jpg\" data-orig-size=\"1920,2560\" data-comments-opened=\"1\" data-image-title=\"\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bassist-Dave-Holland-in-Ystad.-20250730_194300-scaled.jpg?fit=225%2C300&#038;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bassist-Dave-Holland-in-Ystad.-20250730_194300-scaled.jpg?fit=450%2C600&#038;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bassist-Dave-Holland-in-Ystad.-20250730_194300-scaled.jpg?w=148&#038;h=198&#038;ssl=1\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bassist-Dave-Holland-in-Ystad.-20250730_194300-scaled.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bassist-Dave-Holland-in-Ystad.-20250730_194300-scaled.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bassist-Dave-Holland-in-Ystad.-20250730_194300-scaled.jpg?resize=450%2C600&amp;ssl=1 450w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bassist-Dave-Holland-in-Ystad.-20250730_194300-scaled.jpg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bassist-Dave-Holland-in-Ystad.-20250730_194300-scaled.jpg?resize=1152%2C1536&amp;ssl=1 1152w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bassist-Dave-Holland-in-Ystad.-20250730_194300-scaled.jpg?resize=1536%2C2048&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bassist-Dave-Holland-in-Ystad.-20250730_194300-scaled.jpg?resize=1320%2C1760&amp;ssl=1 1320w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Bassist-Dave-Holland-in-Ystad.-20250730_194300-scaled.jpg?w=1680&amp;ssl=1 1680w\" width=\"148\" height=\"198\" loading=\"lazy\" data-original-width=\"148\" data-original-height=\"198\" itemprop=\"http:\/\/schema.org\/image\" title=\"\" alt=\"Bassist Dave Holland in Ystad. 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Wolfgang Haffner in Ystad. Foto: Roland Spiegel\" style=\"width: 264px; height: 198px;\" \/> <\/a> <div class=\"tiled-gallery-caption\" itemprop=\"caption description\"> Freude am Drumset. Wolfgang Haffner in Ystad. Foto: Roland Spiegel <\/div> <\/div> <\/div> <!-- close group --> <\/div> <!-- close row --> <\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Folgen Sie dem Sousaphon<\/h4>\n<p>Damit hatte die sechzehnte Ausgabe des Festivals gleich in den ersten Stunden ein starkes Niveau-Statement gesetzt \u2013 in einem Programm, das dort traditionell so bunt ist wie bei nur wenigen anderen Festivals. Am ersten Nachmittag hatte es wieder mit einer Dixieland-Parade durch die Fu\u00dfg\u00e4ngerzone aufgewartet: Eine riesige Menschentraube folgte da der d\u00e4nischen \u201eNB! Brass Band\u201c, der gl\u00e4nzend polierte Schalltrichter eines Sousaphons ragte weit \u00fcber die K\u00f6pfe, wies den Weg, und Zuschauer konnten sich in dem Instrument spiegeln. Am ersten Abend nach Einbruch der Dunkelheit gibt es auch stets eine Fanfare vom Turm der Sankt-Marien-Kirche, diesmal mit Trompeter Peter Asplund. Jazz, der mit besonderem Erlebniswert Orte einer Stadt erkundet.<\/p>\n<h4>Barfu\u00df im hellgrauen Anzug<\/h4>\n<p>Dass nicht jedes Konzert ein H\u00f6henflug wie diejenigen von Dave Holland und Mike Stern sein kann, versteht sich von selbst. Ein (f\u00fcr mich) erstaunlich kaltes Konzert \u2013 ohne nennenswerte emotionale Mitteilungskraft \u2013 gab im Nebenspielort Saltsj\u00f6bad das Duo aus dem polnischen Klavier-\u00dcberflieger Leszek Mozdzer und dem schwedischen Bassisten und Cellisten Lars Danielsson. In St\u00fccken wie \u201ePasodoble\u201c setzten der im Sitzen spielende Bassist und der barfu\u00df im hellgrauen Anzug erschienene Pianist haupts\u00e4chlich auf den Effekt ihrer spieltechnischen Brillanz. Einen \u00e4hnlichen Eindruck konnte man auch beim Konzert des Multiinstrumentalisten Magnus Lindgren zusammen mit dem Streicher-Ensemble Musica Vitae im Theater mitnehmen. Lindgren ist ein bewundernswerter Techniker auf der Klarinette, dem Tenorsaxophon und der Querfl\u00f6te. Aber er l\u00e4sst auch kaum einen Takt aus, das zu demonstrieren. In St\u00fccken wie John Coltranes \u201eNaima\u201c oder auch seiner eigenen Komposition \u201eStockholm Underground\u201c forderte er das 14-k\u00f6pfige Streicher-Ensemble erstaunlich wenig: Haupts\u00e4chlich Akkordfl\u00e4chen durften die Musiker:innen beisteuern \u2013 als gem\u00fctliches Bett f\u00fcr die Soli des Blas-Instrumentalisten. Als sehr s\u00fc\u00dfliches Bonbon wurde gegen Ende eine liebliche Version des Pop-Hits \u201eA Whiter Shade of Pale\u201c gereicht.<\/p>\n<h4>Huldigung an Bill Evans und andere<\/h4>\n<p>Beim Ystad Sweden Jazz Festival ist es Tradition, dass auch der k\u00fcnstlerische Leiter der Veranstaltung, der international renommierte Pianist Jan Lundgren, in meist zwei Projekten selbst auftritt. Diesmal war er beide Male in einem Trio zu erleben. Das eine war \u201eMare Nostrum\u201c mit dem franz\u00f6sischen Akkordeonisten Richard Galliano und dem italienischen Trompeter und Fl\u00fcgelhorn-Spieler Paolo Fresu (jetzt zum wiederholten Male in Ystad gefeiert): Standing Ovations gab es f\u00fcr den lyrischen Zauber dieses klanglich und stilistisch weit offenen Ensembles, das ganz auf starke Melodien setzt. Das Konzert schloss mit der Instrumentalversion des Chansons \u201eQue reste-t-il de nos amours?\u201c (Was bleibt von unseren Liebschaften?) des Franzosen Charles Trenet &#8211; mit Fresus warmt\u00f6nendem Fl\u00fcgelhorn &#8211; und einer Anleihe von Claudio Monteverdi, die mit gestopfter Trompete wie aus erhabener Ferne erklang, \u00a0\u201eSi dolce \u00e8 il tormento\u201c (So s\u00fc\u00df ist die Pein), und enthielt auff\u00e4llig viele private Huldigungen, etwa an die Partnerin oder auch an zwei Hunde.<\/p>\n<div class=\"tiled-gallery type-rectangular tiled-gallery-unresized\" data-original-width=\"840\" data-carousel-extra='{&quot;blog_id&quot;:1,&quot;permalink&quot;:&quot;https:\\\/\\\/www.jazzzeitung.de\\\/cms\\\/2025\\\/08\\\/die-ruhe-die-tiefe-und-das-moewengeschrei-das-ystad-sweden-jazz-festival\\\/&quot;,&quot;likes_blog_id&quot;:55446655}' itemscope itemtype=\"http:\/\/schema.org\/ImageGallery\" > <div class=\"gallery-row\" style=\"width: 840px; height: 202px;\" data-original-width=\"840\" data-original-height=\"202\" > <div class=\"gallery-group images-1\" style=\"width: 152px; height: 202px;\" data-original-width=\"152\" data-original-height=\"202\" > <div class=\"tiled-gallery-item tiled-gallery-item-small\" itemprop=\"associatedMedia\" itemscope itemtype=\"http:\/\/schema.org\/ImageObject\"> <a href=\"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/2025\/08\/die-ruhe-die-tiefe-und-das-moewengeschrei-das-ystad-sweden-jazz-festival\/das-theater-ystad-mit-dem-neuen-denkmal-fuer-den-architekten-peter-boisen-20250730_103909\/\" border=\"0\" itemprop=\"url\"> <meta itemprop=\"width\" content=\"148\"> <meta itemprop=\"height\" content=\"198\"> <img decoding=\"async\" class=\"\" data-attachment-id=\"32958\" data-orig-file=\"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Theater-Ystad-mit-dem-neuen-Denkmal-fuer-den-Architekten-Peter-Boisen.-20250730_103909-scaled.jpg\" data-orig-size=\"1920,2560\" data-comments-opened=\"1\" data-image-title=\"\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Theater-Ystad-mit-dem-neuen-Denkmal-fuer-den-Architekten-Peter-Boisen.-20250730_103909-scaled.jpg?fit=225%2C300&#038;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Theater-Ystad-mit-dem-neuen-Denkmal-fuer-den-Architekten-Peter-Boisen.-20250730_103909-scaled.jpg?fit=450%2C600&#038;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Theater-Ystad-mit-dem-neuen-Denkmal-fuer-den-Architekten-Peter-Boisen.-20250730_103909-scaled.jpg?w=148&#038;h=198&#038;ssl=1\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Theater-Ystad-mit-dem-neuen-Denkmal-fuer-den-Architekten-Peter-Boisen.-20250730_103909-scaled.jpg?w=1920&amp;ssl=1 1920w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Theater-Ystad-mit-dem-neuen-Denkmal-fuer-den-Architekten-Peter-Boisen.-20250730_103909-scaled.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Theater-Ystad-mit-dem-neuen-Denkmal-fuer-den-Architekten-Peter-Boisen.-20250730_103909-scaled.jpg?resize=450%2C600&amp;ssl=1 450w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Theater-Ystad-mit-dem-neuen-Denkmal-fuer-den-Architekten-Peter-Boisen.-20250730_103909-scaled.jpg?resize=768%2C1024&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Theater-Ystad-mit-dem-neuen-Denkmal-fuer-den-Architekten-Peter-Boisen.-20250730_103909-scaled.jpg?resize=1152%2C1536&amp;ssl=1 1152w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Theater-Ystad-mit-dem-neuen-Denkmal-fuer-den-Architekten-Peter-Boisen.-20250730_103909-scaled.jpg?resize=1536%2C2048&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Theater-Ystad-mit-dem-neuen-Denkmal-fuer-den-Architekten-Peter-Boisen.-20250730_103909-scaled.jpg?resize=1320%2C1760&amp;ssl=1 1320w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Das-Theater-Ystad-mit-dem-neuen-Denkmal-fuer-den-Architekten-Peter-Boisen.-20250730_103909-scaled.jpg?w=1680&amp;ssl=1 1680w\" width=\"148\" height=\"198\" loading=\"lazy\" data-original-width=\"148\" data-original-height=\"198\" itemprop=\"http:\/\/schema.org\/image\" title=\"\" alt=\"Das Theater Ystad mit dem neuen Denkmal fu\u0308r den Architekten Peter Boisen. 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Foto: Roland Spiegel <\/div> <\/div> <\/div> <!-- close group --> <div class=\"gallery-group images-1\" style=\"width: 268px; height: 202px;\" data-original-width=\"268\" data-original-height=\"202\" > <div class=\"tiled-gallery-item tiled-gallery-item-large\" itemprop=\"associatedMedia\" itemscope itemtype=\"http:\/\/schema.org\/ImageObject\"> <a href=\"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/2025\/08\/die-ruhe-die-tiefe-und-das-moewengeschrei-das-ystad-sweden-jazz-festival\/im-spiegel-des-sousaphons-die-__yazzparad__in-ystad-20250730_153113\/\" border=\"0\" itemprop=\"url\"> <meta itemprop=\"width\" content=\"264\"> <meta itemprop=\"height\" content=\"198\"> <img decoding=\"async\" class=\"\" data-attachment-id=\"32959\" data-orig-file=\"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Im-Spiegel-des-Sousaphons.-Die-__Yazzparad__in-Ystad.-20250730_153113-scaled.jpg\" data-orig-size=\"2560,1920\" data-comments-opened=\"1\" data-image-title=\"\" data-image-description=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Im-Spiegel-des-Sousaphons.-Die-__Yazzparad__in-Ystad.-20250730_153113-scaled.jpg?fit=300%2C225&#038;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Im-Spiegel-des-Sousaphons.-Die-__Yazzparad__in-Ystad.-20250730_153113-scaled.jpg?fit=800%2C600&#038;ssl=1\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Im-Spiegel-des-Sousaphons.-Die-__Yazzparad__in-Ystad.-20250730_153113-scaled.jpg?w=264&#038;h=198&#038;ssl=1\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Im-Spiegel-des-Sousaphons.-Die-__Yazzparad__in-Ystad.-20250730_153113-scaled.jpg?w=2560&amp;ssl=1 2560w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Im-Spiegel-des-Sousaphons.-Die-__Yazzparad__in-Ystad.-20250730_153113-scaled.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Im-Spiegel-des-Sousaphons.-Die-__Yazzparad__in-Ystad.-20250730_153113-scaled.jpg?resize=800%2C600&amp;ssl=1 800w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Im-Spiegel-des-Sousaphons.-Die-__Yazzparad__in-Ystad.-20250730_153113-scaled.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Im-Spiegel-des-Sousaphons.-Die-__Yazzparad__in-Ystad.-20250730_153113-scaled.jpg?resize=1536%2C1152&amp;ssl=1 1536w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Im-Spiegel-des-Sousaphons.-Die-__Yazzparad__in-Ystad.-20250730_153113-scaled.jpg?resize=2048%2C1536&amp;ssl=1 2048w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Im-Spiegel-des-Sousaphons.-Die-__Yazzparad__in-Ystad.-20250730_153113-scaled.jpg?resize=1320%2C990&amp;ssl=1 1320w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/Im-Spiegel-des-Sousaphons.-Die-__Yazzparad__in-Ystad.-20250730_153113-scaled.jpg?w=1680&amp;ssl=1 1680w\" width=\"264\" height=\"198\" loading=\"lazy\" data-original-width=\"264\" data-original-height=\"198\" itemprop=\"http:\/\/schema.org\/image\" title=\"\" alt=\"Im Spiegel des Sousaphons. 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Eine sehr respektvolle Hommage wurde daraus, mit St\u00fccken aus unterschiedlichen Phasen aus Evans\u2019 Schaffen von \u201eMy Foolish Heart\u201c bis \u201eThe Person I Knew\u201c, und mit dem Akzent auf kammermusikalischer Interaktion, wodurch auch der bis in die h\u00f6chsten Lagen ungemein fein und biegsam klingende Bassist Anders Jormin viel willkommene Pr\u00e4senz erhielt. Manchmal h\u00e4tte das Trio mehr auf die Wirkung der schlichten Sch\u00f6nheit der Themen vertrauen k\u00f6nnen wie etwa im Evans-Klassiker \u201eWaltz for Debbie\u201c, der einen Taktwechsel in der Mitte nicht gebraucht h\u00e4tte. Wolfgang Haffner erz\u00e4hlte in einer charmanten B\u00fchnenansage von seinem ersten Zusammentreffen mit Bassist Anders Jormin: 1986 beim N\u00fcrnberger Festival \u201eJazz Ost-West\u201c im Trio mit Albert Mangelsdorff. Da war Haffner zwanzig. Demn\u00e4chst feiert er einen anderen runden Geburtstag.<\/p>\n<p>Mit einer Hommage an eine Jazz-Gr\u00fc\u00dfe endete das Festival auch: Die vorz\u00fcgliche Bohusl\u00e4n Big Band spielte unter der Leitung von Calle Rasmussen ein Programm zu Ehren des Trompeters, Arrangeurs und nicht zuletzt Michael-Jackson-Produzenten Quincy Jones (1993 bis 2024), der 2012 selbst Gast beim Festival in Ystad gewesen war. Am Freiluft-Spielort Schloss Charlottenlund au\u00dferhalb von Ystad regnete es diesmal nicht, und das Publikum hatte auch wegen der Musik Grund zur Freude. Denn das Quincy-Jones-Programm mit den Starg\u00e4sten Nils Landgren (Posaune und Gesang). Ida Sand (Keyboard und Gesang) und Viktoria Tolstoy (Gesang) machte Laune, ging mit St\u00fccken wie \u201eEverything Must Change\u201c auch zu Herzen und endete mit dem pfiffigen Ohrwurm \u201eSoul Bossa\u201c beschwingt luftig. Kompliment an die Big Band f\u00fcr einen hochdifferenzierten Sound, der auch open air gut r\u00fcberkam.<\/p>\n<h4>Ystad? Nie geh\u00f6rt!<\/h4>\n<p>Und noch ein sehr besonderes Erlebnis konnte man bei diesem Festival haben. Es begann mit einem seltenen Bekenntnis: \u201eYstad?\u201eNever heard of it!\u201c Das sagte die afroamerikanische S\u00e4ngerin Catherine Russell am Anfang ihres Konzerts zum am\u00fcsierten Publikum im vollbesetzten Saal des Hotels Saltj\u00f6baden. Und setzte dann gleich hinterher: \u201eGorgeous! I love it!\u201c Die Sympathiebekundung blieb nicht einseitig. Immer euphorischer wurde der Jubel f\u00fcr die 1956 in New York geborene Jazz- und Blues-Interpretin, die einigen im Publikum vorher ebenfalls nur vage ein Begriff gewesen war. Die Ohren spitzten sich, die Herzen flogen ihr zu, und der Applaus \u00fcberschlug sich fast. Als w\u00fcrde das Publikum mit dem Ger\u00e4usch der H\u00e4nde sagen: \u201eGorgeous! We love her!\u201c<\/p>\n<p>Selten h\u00f6rt man eine Interpretin, die Songs sch\u00f6ner zum Funkeln bringen kann als diese ehemalige Background-S\u00e4ngerin, die lange Zeit f\u00fcr Stars wie Paul Simon, David Bowie und Rosanne Cash arbeitete und erst 2004 ihre Karriere als Solistin startete. Mit jungendlich heller, ganz leicht aufgerauter Stimme sang sie eine Auswahl von \u2013 wie sie es nannte &#8211; \u201eold love songs\u201c und \u201eolder love songs\u201c, erz\u00e4hlte von ihrer musikalischen Familie (Mutter Carline Ray war gefragte Studiomusikerin und S\u00e4ngerin, Vater Luis Russell musikalischer Leiter bei Louis Armstrong) und davon, welche Lieder sie besonders mag (\u201esongs that ask questions\u201c), um dann mit den Liedern selbst so sch\u00f6ne Feststellungen zu treffen wie: \u201eI like my man like I like my whiskey: aged and mellow\u201c. Ihr Begleiter-Duo, der unfassbar flink-vielseitige Matt Munisteri an der Gitarre und der ruhig-souver\u00e4ne Tal Ronen am Kontrabass, swingte dazu hochvirtuos und manchmal so leise, dass man gespannt auf jede einzelne Note lauschen musste. Alles zusammen: gr\u00f6\u00dftes m\u00f6gliches Song-Vergn\u00fcgen. Auch so eine Erkenntnis, die man nach vier sehr farbenreichen Ystad-Tagen mitnehmen konnte: Was man (noch) nicht kennt, ist manchmal besonders aufregend.<\/p>\n<p>Text &amp; Fotos: Roland Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Traumwetter und funkelnde T\u00f6ne an vier Tagen: Im s\u00fcdschwedischen Ystad, der Heimat des Roman- und Film-Ermittlers Kurt Wallander, herrschte jetzt bei der 16. Ausgabe des hervorragenden dortigen Jazzfestivals idyllische Stimmung. Und es gab mitrei\u00dfende Konzerte von Musiker:innen wie Catherine Russell, Dave Holland und Mike Stern. Strahlend blauer, wolkenloser Himmel, in einem Garten spielt ein Trio auf einer Terrasse unter einem Birnbaum mit \u00fcppigen, noch gr\u00fcnen Fr\u00fcchten. Auf einer Wiese davor, neben weit ge\u00f6ffneten Rosenbl\u00fcten ein schwelgendes Publikum, das einen besonders entspannten Nachmittag genie\u00dft. Bassist Hans Backenroth, Trompeter Thomas Fryland und Gitarrist Jacob Fischer spielen mit swingender Gelassenheit und entspannt-beil\u00e4ufiger Virtuosit\u00e4t Standards wie \u201eMy melancholy Baby\u201c und \u201eBluesette\u201c, lassen ungemein klare Trompetent\u00f6ne in die H\u00f6he schweben und fangen sie mit den beseelt-bewegten Kl\u00e4ngen des Kontrabasses und der Gitarre wieder auf. Ab und zu fliegt eine M\u00f6we \u00fcber den Garten und mischt sich mit offenbar animiertem Kreischen ins musikalische Geschehen ein. Solche Momente kann man in Ystad erleben, jener Stadt, in der Henning Mankells Roman- und Film-Ermittler Kurt Wallander so manchen d\u00fcsteren Fall l\u00f6ste. Seit 2010 gibt es dort das \u201eYstad Sweden Jazz Festival\u201c. 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Ausgabe","author":"Redaktion JazzZeitung","date":"9. August 2022","format":false,"excerpt":"Abgespeckt \u2013 aber idyllisch wie eh und je: das Jazzfest in Wallanders Heimat Traumhimmel im gelblichem Abendlicht, sanfte W\u00f6lkchen \u2013 und lauter T\u00f6ne zum Schwelgen: Der s\u00fcdschwedische Ort Ystad, den Krimi-Fans durch die Filme um Kommissar Kurt Wallander kennen, bietet eine der sch\u00f6nsten Kulissen f\u00fcr ein Jazzfestival. 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