{"id":3008,"date":"2013-11-12T22:38:10","date_gmt":"2013-11-12T21:38:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/?p=3008"},"modified":"2013-11-12T22:38:10","modified_gmt":"2013-11-12T21:38:10","slug":"hauptsache-gute-musik-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/2013\/11\/hauptsache-gute-musik-2\/","title":{"rendered":"!!Hauptsache Gute Musik!!"},"content":{"rendered":"<p>Als ich den Anruf bekam, f\u00fcr die \u201eJazzzeitung\u201d\u00a0schreiben bzw. bloggen zu d\u00fcrfen, war ich erst verwundert, habe mich aber dann sehr gefreut dar\u00fcber. \u2028Nicht weil ich nichts zu erz\u00e4hlen hab, ganz im Gegenteil. Bei manch grammatikalischen Formulierungen meinerseits w\u00fcrden Autoren beim lesen nur mit dem Kopf sch\u00fctteln,\u2028 aber in diesem Blog geht es denke ich nicht darum, sondern die \u201eMessage\u201d soll ankommen. \u2028Keine Fachw\u00f6rter, die nicht verstanden werden, oder ein erschlagendes Musikwissen, wo nachdem lesen ein Gef\u00fchl aufkommt CD&#8217;s und B\u00fccher bestellen zu m\u00fcssen.\u2028\u00a0Einfach eine tolle Gelegenheit einmal im Monat meine Sicht aus der Musikwelt zu schildern.\u2028 Diejenigen die mich kennen ob privat oder von der B\u00fchne, wissen dass ich gerne viel erz\u00e4hle.\u00a0So um endlich mal nach dieser l\u00e4ngeren Einleitung zum Thema zu kommen, versprochen bei den n\u00e4chsten Malen geht&#8217;s gleich los. Warum fange ich mein ersten Blog mit der \u00dcberschrift !!Hauptsache gute Musik!! an?<!--more--><\/p>\n<p>Als ich vor neun Jahren im noch zarten Alter von sechzehn am Konservatorium in M\u00fcnchen angefangen hab Jazz Saxophon zu studieren, wusste ich noch nicht wo die Reise hingehen sollte. Mein theoretisches Verst\u00e4ndnis war da noch nicht wirklich ausgepr\u00e4gt, weil ich einfach immer nur spielen, und auf der B\u00fchne stehen wollte. \u2028Zu dieser Zeit hab ich alle M\u00f6glichen Arten von Musik geh\u00f6rt. Von Hip Hop bis Jazz war vieles dabei. Mein wirkliches Interesse an Jazz weckte mein Vater (jahrelanger Gitarrist und S\u00e4nger diverser Orchester Ambross Seelos, Hazy Osterwald, Max Greger uvm&#8230;), der damals von einem Gig heimkam, mir eine CD in die Hand dr\u00fcckte, und Nahe legte diese von vorne bis hinten anzuh\u00f6ren. Es war eine Big Band Platte von \u201eDavid Sanborn-Pearls\u201d. Wundersch\u00f6ne Musik, die mein eigentliches Interesse Alt-Saxophon spielen zu wollen erst wirklich entfachte. Und da ging es schon los!\u2028 Wie\u00a0oft musste ich anh\u00f6ren vor allem zu dieser Zeit. David Sanborn ist doch kein wirklicher Jazzmusiker. Und das, wo doch so viele sagen Jazz ist noch eine der Musikrichtungen wo alles m\u00f6glich ist. Noch besser fand ich das Wort \u201efrei\u201c.\u00a0Wenn du in einer der ersten Vorlesungen oder Combo Proben sitzt und gleich ein Aussenseiter bist, \u00a0nur weil in deinem Ipod nicht der hippste Modern Jazz oder Avantgarde l\u00e4uft ist das kein gutes Gef\u00fchl.\u2028 Toleranz steht ja im Jazz immer ganz oben, aber dieses Gef\u00fchl ist bei mir nie wirklich angekommen. Dies sollte vor allem bei Studenten oder Kindern nie der Fall sein. Jeder soll seine Liebe finden musikalisch. Egal ob Jazz, Punk Rock oder Hip Hop. H\u00e4tte ich nicht das Gl\u00fcck gehabt immer wieder die richtigen Menschen, Musiker zu treffen, die mich bekr\u00e4ftigt haben mein Weg einfach weiterzugehen, w\u00fcsste ich nicht ob ich heute noch Saxophon spielen w\u00fcrde. Dadurch dass ich viel in R&amp;B, Hip Hop Bands gespielt hab zu dieser Zeit, hab ich dies immer gesp\u00fcrt, weil da ging es oft mehr darum den Song zum klingen zu bringen, grooven und nicht wer noch schneller und h\u00f6her spielt. Viele nannten Charlie Parker \u201eBird\u201c, und als Musiker sich frei zu f\u00fchlen wie ein Vogel ist denke ich sch\u00f6nste und wichtigste was es gibt.<\/p>\n<p>Jeder interpretiert ein Song anders und das ist das sch\u00f6ne an Musik. Dass will ich h\u00f6ren wenn ich in ein Konzert gehe, und keine 10 Charlie Parker Klone bei einer Session, wo einer klingt wie der andere. Menschen haben unterschiedliche Geschm\u00e4cker was gut und wichtig ist, aber sollte dies nicht die Qualit\u00e4t, Kritik bestimmen. Wenn ich ein Konzert gebe freue ich mich auf jeden Fall immer, wenn ich in gl\u00fcckliche Gesichter schaue, sich dazu bewegt, und nicht zwei Stunden mit senkenden\u00a0Kopf nachgedacht wird. Nat\u00fcrlich habe ich mich quer durch die Jazzgeschichte geh\u00f6rt, es gab Alben die mir mehr gefallen haben, und manches weniger. H\u00e4tte ich aber damals von meinem Vater nicht diese \u201ePearls\u201d CD bekommen, w\u00e4re diese vielf\u00e4ltige Jazzwelt wohl v\u00f6llig an mir vorbeigezogen. Wie am ersten Tag bin ich beeindruckt wie Charlie Parker einfach nur mit Soul spielt, und spielerisch swingend durch die Tunes fliegt. Cannonball Addereley seine geschmackvollen lines, aber f\u00fcr die damalige Zeit schon einfach \u201esuper funky\u201c. Auch ich Reihe mich in die lange Liste der Miles Davis Fans ein. Denn er verstand es immer nach vorne zu schauen, und das beste verschiedenster Welten zusammenzubringen. Nach seinem Tod 1992 brachte er mit \u201eDoo-Bop\u201d ein Album an die Welt was gemischt mit Hip Hop war, und mit \u201e58 Sessions\u201d hat er f\u00fcr mich ein Zeitdokument geschaffen was die eigentliche Offenheit des Jazz darstellt. Nachdem ich bei \u201eOn Green Dolphin Street\u201c alle drei Bl\u00e4ser Soli transkribiert habe, hat es meinen Horizont definitiv um einiges erweitert, denn dort ist von Jazz bis funky, blues vieles vertreten. Anderseits bin ich fasziniert in der heutigen Popmusik, wenn ein Song einfach gut geschrieben, performt, und produziert wird. Aber wenn ich dann manchmal h\u00f6re:\u201ePopmusik ist doch einfach zu spielen.\u201c Da muss ich innerlich immer lachen, denn oft liegt in der Einfachheit die Schwierigkeit.<\/p>\n<p>Jazz hat soviel anzubieten, und eben in der heutigen Zeit, wo alles m\u00f6glich ist, sollten die Jazzer mehr zusammenhalten ob Clubs, Musiker usw&#8230; Egal ob Bebop, Free, Smooth, oder Modern Jazz. F\u00fcr meinen Teil mach ich Musik die in mir steckt, die ich gerne raustragen will an die Welt, spiel aber auch gerne bei Michael Riessler&#8217;s Big Circle Neue Musik, oder fahre zum Splash dem gr\u00f6\u00dften Hip Hop Festival in Europa und spiele mit Roger Rekless, Blumentopf uvm&#8230; eine groovige Session. Bei den teils grauenvollen Musikformaten im Fernsehen, oder YouTube Horror, wo viele einfach nur mit einem noch bl\u00f6deren Videos zu Stars werden wollen, sollten sich andererseits im Jazz der ein oder andere nicht zu sehr in Kleinkritiken verfangen.<\/p>\n<p>Wir alle wollen doch einfach nur geilen Sound, gute Musik, gehaltvolle Songs h\u00f6ren und das ist rar geworden heutzutage.<\/p>\n<p>Bin jetzt raus f\u00fcrs erste, aber weil es so sch\u00f6n ist, soll es doch noch mal gelesen werde:<\/p>\n<p><strong>!!Hauptsache gute Musik f\u00fcrs Ohr!!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich den Anruf bekam, f\u00fcr die \u201eJazzzeitung\u201d\u00a0schreiben bzw. bloggen zu d\u00fcrfen, war ich erst verwundert, habe mich aber dann sehr gefreut dar\u00fcber. \u2028Nicht weil ich nichts zu erz\u00e4hlen hab, ganz im Gegenteil. 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Nach der \u00fcberaus erfolgreichen ersten CD \u201eThank Y'All\u201c (ECHO nominiert) und dem einmaligen LIVE Mitschnitt der \u201e-incontri-\u201c Platte, welche letztes Jahr exklusiv nur auf Vinyl erschien, wartet das neue Werk mit zehn neuen Songs auf. Bei den gr\u00f6\u00dftenteils selbstgeschriebenen Songs wurde Max Merseny bei deren Enstehung ma\u00dfgeblich von seinem Wegbegleiter Alex Han (Marcus Miller Band) und seinem Freund Ferdinand Kirner (Gitarrist u.a. Max Herre, Mic Donet) unterst\u00fctzt. W\u00e4hrend Han und Merseny in New York aufeinander trafen, bereichert Kirner den Max Merseny Sound als Mann der ersten Stunde durch seinen Ideenreichtum als Gitarrist und Songwriter. Die Studiosession wird komplettiert durch den virtuosen Matthias Bublath (keyboards) und einen der aufstrebensten Schlagzeuger Deutschlands, Felix Lehrmann. Das Projekt wird mitgetragen durch Claus Fischer, der als Bassist und \u201eHilfsproduzent\u201c viel zum Gesamtsound beigetragen hat. 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