{"id":15645,"date":"2018-04-16T09:00:05","date_gmt":"2018-04-16T07:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/?p=15645"},"modified":"2018-04-16T13:09:46","modified_gmt":"2018-04-16T11:09:46","slug":"cd-rezension-katrin-scherers-cluster-quartett","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/2018\/04\/cd-rezension-katrin-scherers-cluster-quartett\/","title":{"rendered":"Das neue Projekt der K\u00f6lner Komponistin und Saxophonistin Katrin Scherer"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dass die K\u00f6lner Saxophonistin, Komponistin und Bandleaderin <a href=\"http:\/\/katrinscherer.de\/\">Katrin Scherer<\/a> \u00fcber eine eigenst\u00e4ndige Klangsprache verf\u00fcgt, hat sie l\u00e4ngst bewiesen, in drei Alben unter eigenem Namen und etlichen mehr mit dem Saxophon-Kollegen Sven Decker. Und immer hat sie eigene Kompositionen vorgelegt, die sich nicht nur aus dem zeitgen\u00f6ssischen Jazz und der neuen improvisierten Musik speisen. Sie sind vielmehr auch beeinflusst von Kompositionslehren aus dem fr\u00fchen 20. Jahrhundert, insbesondere \u00a0\u00a0von Olivier Messiaens \u201eTechnique de mon language musical\u201c, auf die Katrin schon beim Studium an der Folkwang Musikschule in Essen gesto\u00dfen war. Auch bei Arnold Sch\u00f6nberg und Edgar Var\u0117se findet sie \u201eeinen Fundus an M\u00f6glichkeiten handwerklicher Art, die mir beim Komponieren hilfreich sein k\u00f6nnen\u201c, erl\u00e4utert sie im Gespr\u00e4ch, in dem sie fortf\u00e4hrt: \u201eAber ich \u00fcbernehme nicht direkt Elemente von diesen gro\u00dfen Komponisten, abgesehen von ganz wenigen \u201aAusz\u00fcgen\u2018 in einigen St\u00fccken. Um jedoch eigene kompositorische Vorstellungen umzusetzen, mit denen ich mich von anderen Komponisten unterscheide, gibt mir die moderne Klassik viel mehr Handwerkszeug an die Hand, als wenn ich mich nur in der Geschichte des Jazz umschaue. Aber ich bin nat\u00fcrlich nicht Messiaen oder Sch\u00f6nberg, sondern ich lasse mich nur durch sie beeinflussen, um schlie\u00dflich meine eigene Musik zu schaffen, die ebenso beeinflusst wird von der ganz anderen Musik, von Rock und Pop, die ich von Jugend auf geh\u00f6rt habe, und nat\u00fcrlich vom Jazz, denn ich bin ganz klar Jazzmusikerin!\u201c\u00a0 &#8211; von Dietrich Schlegel<\/strong><\/p>\n<p>Und dieses Bekenntnis dr\u00fcckt sie neben dem kompositorischen Teil des aktuellen, im November im K\u00f6lner LOFT live aufgenommenen und vor kurzem ver\u00f6ffentlichten Bandprojekts CLUSTER auch in den Improvisationen der zehn St\u00fccke ihrer neuen CD aus. Hier brilliert sie auch solistisch auf dem Alt- und vor allem dem Baritonsaxophon, ihrem bevorzugten Instrument, f\u00fcr das sie sich bereits mit 17 Jahren entschieden hatte. Das erste Bariton war die Belohnung des Vaters f\u00fcr das \u201eerrungene\u201c Latinum. \u201eDas Baritonsaxophon ist der Grund, warum ich Musik mache. Sonst w\u00e4re ich nie Profimusikerin geworden\u201c, erkl\u00e4rt sie, um bescheiden anzuf\u00fcgen, das sie sich noch l\u00e4ngst nicht als perfekt auf diesem Instrument betrachte, da g\u00e4be es weitaus bessere wie z. B. Scott Robinson (spielt Bariton bei Maria Schneider) oder ihre Vorbilder Pepper Adams und den Schweden Lars Gullin, den sie schon als Sch\u00fclerin bewundert hatte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/COVER-CLuster.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"15646\" data-permalink=\"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/2018\/04\/cd-rezension-katrin-scherers-cluster-quartett\/cover-cluster\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/COVER-CLuster.jpg?fit=2400%2C2400&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"2400,2400\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"COVER CLuster\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/COVER-CLuster.jpg?fit=600%2C600&amp;ssl=1\" class=\"alignleft size-medium wp-image-15646\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/COVER-CLuster.jpg?resize=300%2C300&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/COVER-CLuster.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/COVER-CLuster.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/COVER-CLuster.jpg?resize=768%2C768&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/COVER-CLuster.jpg?resize=600%2C600&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/COVER-CLuster.jpg?resize=32%2C32&amp;ssl=1 32w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/COVER-CLuster.jpg?resize=50%2C50&amp;ssl=1 50w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/COVER-CLuster.jpg?resize=64%2C64&amp;ssl=1 64w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/COVER-CLuster.jpg?resize=96%2C96&amp;ssl=1 96w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/COVER-CLuster.jpg?resize=128%2C128&amp;ssl=1 128w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/COVER-CLuster.jpg?w=1680&amp;ssl=1 1680w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>CLUSTER ist eine Projektband, wie alle ihre fr\u00fcheren und aktuellen Bands. Sie hat keine st\u00e4ndige eigene Band, sondern zieht es vor, jedes Projekt mit anderen Musikern zu bestreiten. Dieses Mal fiel ihre Wahl auf drei blutjunge Kollegen aus der K\u00f6lner Jazzszene, deren F\u00e4higkeiten als Interpreten der kompositorischen Teile ihrer St\u00fccke als auch als Improvisatoren sie begeistern. Da ist zuerst als zweiter Bl\u00e4ser der vielseitige und experimentierfreudige Posaunist Moritz Wesp zu nennen, der u. a. bei Nils Wolgram studiert hat. Es ist das erste Mal, dass Katrin eine Posaune in einer ihrer Bands exponiert, aber ihr war bei einer gemeinsamen Jam Session nach f\u00fcnf Minuten klar, \u201emit dem mache ich die n\u00e4chste CD\u201c. Ihr gef\u00e4llt, \u201edass Posaune eine Schnittstelle zur Basslage hat, gleichzeitig aber auch sehr hoch spielen kann und klanglich sehr \u201amellow\u2018 ist, sich immer gut mischt mit Saxophon, im Gegensatz zur Trompete, die in einer Band oft wie eine Primaballerina nach vorne will, wof\u00fcr der Trompeter selbst gar nichts kann\u201c.<\/p>\n<p>Auch auf ein Piano verzichtet sie, wie immer in ihren Projekten, weil sie ein Harmonieinstrument als zu sehr einengend empfindet. Sie mag es transparenter, in den Harmonien nicht zu festgelegt. Dabei hilft ihr neben Moritz Wesp der klassisch ausgebildete und auch musizierende Kontrabassist Stefan Sch\u00f6negg, dessen frappierendem Spiel auf seinem f\u00fcnfsaitigen Instrument sich derzeit auch der urw\u00fcchsige Pianist Simon Nabatov f\u00fcr sein Trio bedient. Auch Tonmeister Markus Braun, der die CD gemixt und gemastered hat und selbst ein gefragter Bassist ist, war begeistert von seinem jungen Kollegen. Bleibt noch der J\u00fcngste im Bunde, der Schlagzeuger Leif Berger, der gerade erst seinen Bachelor gemacht hat und \u2013 so Katrin \u2013 \u201espielt, als sei er schon ewig auf der Szene, mir ein R\u00e4tsel, \u00fcber was f\u00fcr eine Bandbreite,\u00a0 was f\u00fcr ein Vokabular er jetzt schon auf seinem Instrument verf\u00fcgt\u201c.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15649\" aria-describedby=\"caption-attachment-15649\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/cluster-h-300sw.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"15649\" data-permalink=\"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/2018\/04\/cd-rezension-katrin-scherers-cluster-quartett\/cluster-h-300sw\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/cluster-h-300sw.jpg?fit=1567%2C1020&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"1567,1020\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;3.6&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;FinePix X100&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1491565685&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;23&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;400&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.0041666666666667&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"cluster h 300sw\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/cluster-h-300sw.jpg?fit=840%2C547&amp;ssl=1\" class=\"wp-image-15649\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/cluster-h-300sw.jpg?resize=660%2C430&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"430\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/cluster-h-300sw.jpg?resize=900%2C586&amp;ssl=1 900w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/cluster-h-300sw.jpg?resize=300%2C195&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/cluster-h-300sw.jpg?resize=768%2C500&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/cluster-h-300sw.jpg?resize=600%2C391&amp;ssl=1 600w, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/cluster-h-300sw.jpg?w=1567&amp;ssl=1 1567w\" sizes=\"auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15649\" class=\"wp-caption-text\">Die Projektband Cluster (v.li.): Kontrabassist Stefan Sch\u00f6negg, Schlagzeuger Leif Berger, sowie Komponistin &amp; Saxophonistin Katrin Scherer und Posaunist Moritz Wesp. Foto: Cluster<\/figcaption><\/figure>\n<p>Diese Vier quellen schier \u00fcber vor Spielfreude und Energie, wechseln zwischen kraftvollen Soundcollagen, experimentell freien Passagen und auch intimen lyrischen B\u00f6gen, wie gleich im ersten Titel \u201eRocket\u201c, in dem ein anfangs turbulenter, dann beschaulich sanfter Flug\u00a0 mit einer abrupten Landung endet. Im folgenden \u201eFeinstoff\u201c l\u00e4sst sich Katrins Arbeitsweise besonders gut heraush\u00f6ren. Aus einem komponierten Anfangsthema entwickeln sich erste Improvisationen, die in ein zweites, vom ersten unabh\u00e4ngiges Thema \u00fcberleiten, woraus weitere Improvisationen entstehen, die wiederum in eine zumeist von allen Melodieinstrumenten getragene Coda m\u00fcnden \u2013 in diesem St\u00fcck aus kompaktem Unisono von Bariton, Posaune und Bass. In \u201eScratched sketches\u201c besticht Stefan Sch\u00f6negg mit einem langen, zun\u00e4chst unbegleiteten, sp\u00e4ter von den Bl\u00e4sern gest\u00fctzten Solo.<\/p>\n<p>\u201eFor Marina A.\u201c widmete Katrin nach der Lekt\u00fcre ihrer Autobiographie der Performancek\u00fcnstlerin Marina Abramovi\u0107\u00a0 \u2013 \u201eeine sehr beeindruckende Pers\u00f6nlichkeit, immer auf Stuhlkante, immer Rebellion!\u201c Dieser Wertsch\u00e4tzung entsprechend beginnt sie das St\u00fcck mit einem \u2013 so ihre Selbsteinsch\u00e4tzung &#8211; \u201ewilden Altsax-solo\u201c, dem Moritz Wesp mit einer lang gezogenen, fast monotonen Linie folgt, als wolle er den programmatischen Zeitbegriff der stundenlang unbewegt vor den Besuchern sitzenden Abramovi\u0107 in Tonsprache umsetzen. Der Rebellion der \u201eMarina A.\u201c verleiht Leif Berger in seinem effektvollen Solo beredten Ausdruck. (Hier der aktuelle Hinweis: Die Bundeskunsthalle in Bonn zeigt vom 20. April bis 12. August die Ausstellung \u201eMarina Abramovi\u0107\u201c, die alle Schaffensperioden der K\u00fcnstlerin umfasst.)<\/p>\n<p>Gewisserma\u00dfen erholsam kammermusikalisch schlie\u00dft sich \u201ePr\u00e4ludium\u201c an, eine klangsch\u00f6ne Elegie. Deren sicheren Boden verl\u00e4sst die Band dann wagemutig im folgenden \u201eTightrope\u201c, mit einem ausgiebigen, \u201eleichtf\u00fc\u00dfigen\u201c Solo auf dem Bariton, zu dem sich eine luftig schwebende Posaune zu einem waghalsigen und dennoch eleganten Tanz auf dem Drahtseil gesellt. Danach folgt ein R\u00fcckzug in ein \u201eBarn\u201c, eine Scheune, wo es einigerma\u00dfen unheimlich growlt (Posaune), sirenenhaft singt (Altsax), knarzt und rumst (Schlagzeug), wummert und plingt (Kontrabass), bis sich die geheimnisvolle Sph\u00e4re in einem energiegeladenen gesamtinstrumentalen Gewitter aufl\u00f6st.<\/p>\n<p>In \u201eSerenity\u201c zeigt Katrin ihr ganzes K\u00f6nnen auf dem Bariton, gefolgt von einer fast zarten, mute gespielten Posaune, beides unterlegt von einem st\u00e4ndigen dynamischen Gegrummel von Schlagzeug und Kontrabass, dem noch ein sch\u00f6nes Solo geg\u00f6nnt wird, \u201egeschrieben wie die Cellosuiten von Bach\u201c (Katrin). Das Ganze verl\u00e4uft in eine wohlklingende elegische Coda. \u201eWildes Mannle\u201c ist ein schnelles, hin und her wogendes, groovendes St\u00fcck mit sch\u00f6nen Soli und Kollektivimprovisationen, benannt nach einem Dreitausender in Tirol, den Katrin letztes Jahr bestiegen hat, \u201esehr beeindruckend, aber auch ganz sch\u00f6n hart am Ende\u201c. Das h\u00e4lt sie nicht ab, sich in diesem Jahr die Alpen\u00fcberquerung vorzunehmen, \u201eaber ich w\u00e4hle\u201c, erkl\u00e4rt sie verschmitzt lachend, \u201edie einfachste Route: Oberstdorf-Meran\u201c. Welches Jazzst\u00fcck mag daraus entstehen? Den Abschluss der CD bildet \u201eSnails\u201c: \u201eDa schleichen wir uns rein und wieder raus\u201c, aber mit einem f\u00fcr diese Spezies erstaunlich flotten Schlussspurt.<\/p>\n<p>CLUSTER erscheint auf GREEN DEER MUSIC, Katrin Scherers schon vor Jahren gegr\u00fcndetem eigenen Label, das zu bespielen zwar einigen organisatorischen und technischen Aufwand erfordert, aber doch auch Unabh\u00e4ngigkeit gew\u00e4hrt, und die vielf\u00e4ltigen professionellen Vertriebswege k\u00f6nnen auch von Einzelpersonen genutzt werden. Nat\u00fcrlich kann auch sie nicht vom CD-Verkauf ihren Lebensunterhalt bestreiten, dazu bedarf es Einnahmen aus festen Lehrauftr\u00e4gen, die sie an der Folkwang Musikschule und Hochschule aus\u00fcbt. Unterrichten empfindet sie aber nicht als Last, sondern erf\u00fcllt sie vollauf, auch wegen des Feedbacks der Sch\u00fcler und Studierenden, vor allem der begeisterungsf\u00e4higen Kinder. Aber CDs h\u00e4lt Katrin als Dokumentation ihres Schaffens und als Visitenkarte f\u00fcr Konzertveranstalter und \u2013besucher nach wie vor f\u00fcr sinnvoll. Als Jazzmusikerin ist sie kompromisslos, geht nicht den leichten Weg von Gigs hier und da, wovon sie mit ihren F\u00e4higkeiten als Saxophonistin vielleicht einigerma\u00dfen gut leben k\u00f6nnte. \u201eNein\u201c, betont sie selbstbewusst, \u201eich mache Kunst. Und wenn ich auf der B\u00fchne stehe, dann ist das Kunst.\u201c \u00dcbrigens auch im Sinne bildender Kunst, denn auch die Cover ihrer CDs, die Flyer und das Marketing gestaltet sie selbst &#8211; \u00a0nicht nur mit ihrem musikalischen Schaffen eine wahre Grenzg\u00e4ngerin.<\/p>\n<p>Katrin Scherer\u2019s CLUSTER Quartett, c + p 2018 by GREEN DEER MUSIC<br \/>\nVertrieb: <a href=\"http:\/\/www.office4music.com\">www.office4music.com<\/a>; <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\">www.amazon.de<\/a>; <a href=\"http:\/\/www.cdbaby.com\">www.cdbaby.com<\/a>; <a href=\"http:\/\/www.itunes.com\">www.itunes.com<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass die K\u00f6lner Saxophonistin, Komponistin und Bandleaderin Katrin Scherer \u00fcber eine eigenst\u00e4ndige Klangsprache verf\u00fcgt, hat sie l\u00e4ngst bewiesen, in drei Alben unter eigenem Namen und etlichen mehr mit dem Saxophon-Kollegen Sven Decker. Und immer hat sie eigene Kompositionen vorgelegt, die sich nicht nur aus dem zeitgen\u00f6ssischen Jazz und der neuen improvisierten Musik speisen. Sie sind vielmehr auch beeinflusst von Kompositionslehren aus dem fr\u00fchen 20. Jahrhundert, insbesondere \u00a0\u00a0von Olivier Messiaens \u201eTechnique de mon language musical\u201c, auf die Katrin schon beim Studium an der Folkwang Musikschule in Essen gesto\u00dfen war. Auch bei Arnold Sch\u00f6nberg und Edgar Var\u0117se findet sie \u201eeinen Fundus an M\u00f6glichkeiten handwerklicher Art, die mir beim Komponieren hilfreich sein k\u00f6nnen\u201c, erl\u00e4utert sie im Gespr\u00e4ch, in dem sie fortf\u00e4hrt: \u201eAber ich \u00fcbernehme nicht direkt Elemente von diesen gro\u00dfen Komponisten, abgesehen von ganz wenigen \u201aAusz\u00fcgen\u2018 in einigen St\u00fccken. 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Februar 2024","format":false,"excerpt":"Shooting Star Shuteen Erdenebaatar pr\u00e4sentierte beim Jazzclub im Leeren Beutel ihr Deb\u00fctalbum mit ihrem Quartett Regensburg: Angekommen in Deutschland, habe sie sich anf\u00e4nglich sehr fremd und unwohl gef\u00fchlt, erz\u00e4hlt Shuteen Erdenebaatar \u00fcber ihre Ankunft 2018 in M\u00fcnchen. Die DAAD-Stipendiatin kannte weder die Sprache noch das hiesige Essen, hatte keine Anbindung\u2026","rel":"","context":"In &quot;Bericht&quot;","block_context":{"text":"Bericht","link":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/thema\/bericht\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/erdenebaatar-trio_66.jpg?fit=1200%2C800&ssl=1&resize=350%2C200","width":350,"height":200,"srcset":"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/erdenebaatar-trio_66.jpg?fit=1200%2C800&ssl=1&resize=350%2C200 1x, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/erdenebaatar-trio_66.jpg?fit=1200%2C800&ssl=1&resize=525%2C300 1.5x, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/erdenebaatar-trio_66.jpg?fit=1200%2C800&ssl=1&resize=700%2C400 2x, https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/erdenebaatar-trio_66.jpg?fit=1200%2C800&ssl=1&resize=1050%2C600 3x"},"classes":[]},{"id":2239,"url":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/2013\/09\/angelika-niescier-erhaelt-den-16-essener-jazz-pott\/","url_meta":{"origin":15645,"position":5},"title":"Angelika Niescier erh\u00e4lt den 16. Essener \u201eJazz Pott\u201c","author":"Ursula Gaisa","date":"17. September 2013","format":false,"excerpt":"Preisverleihung und Konzert am 1. Oktober im Grillo-Theater Essen. Der 16. Essener \u201eJazz Pott\u201c geht an die Saxophonistin Angelika Niescier. Die Folkwang-Absolventin z\u00e4hlt zu den r\u00fchrigsten Musikerinnen der Szene. 2000 gr\u00fcndete die in Polen (Stettin) geborenen Ausnahme-Jazzerin ihr famoses Quartett \u201eSublim\u201c, mit dem sie beim Preisverleihungskonzert am Dienstag, dem 1.\u2026","rel":"","context":"In &quot;News&quot;","block_context":{"text":"News","link":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/thema\/nachrichten\/"},"img":{"alt_text":"Foto: Helmut Berns","src":"https:\/\/i0.wp.com\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Niescier-Angelika_Foto_Helmut-Berns-300x183.jpg?resize=350%2C200","width":350,"height":200},"classes":[]}],"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15645","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/18"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15645"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15645\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15681,"href":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15645\/revisions\/15681"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15649"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15645"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15645"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15645"},{"taxonomy":"author","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.jazzzeitung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/coauthors?post=15645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}