Musikalische Hermeneutik, praktisch – Jazzfest Berlin 2017 (Sonntag)

Wenn dem aktuellen Jazzfest Berlin eines zu eigen war, dann: Kontraste, Dimensionen, Vielfalt – alles allerdings keine normativen Begriffe; sie garantieren von sich aus nämlich gar nichts. Daher ist auch dieser Abend mit allem Wohl und Wehe zu betrachten. Tyshawn Sorey – Instant Composition Er hat uns einiges zugemutet, der Tyshawn Sorey. Im Guten wie im Schlechten. Eher aber im Guten – gesehen über das gesamte Festival. Als Artist in Residence wurde geführt, eine Novität beim Jazzfest Berlin. Man könnte auch sagen, als Artist for rent. Wobei sich das insbesondere außerhalb seiner eigenen Formation tatsächlich rentiert hat. So auch an diesem Abend. Was da passiert ist, ist ebenso schwierig wie einfach zu beschreiben. Man nennt das wohl Instant-Composition. Was passiert da? Ein Ensembleleiter („Conductor“), eben Tyshawn Sorey, ordnet mit mehr oder minder vorgestalteten kleinen Aktionsvorgaben eine neue Komposition in Echtzeit. Das wird über Handzeichen und Zettel mit Spielanweisungen zwischen Conductor und Musikerinnen kommuniziert. Material für den Conductor sind also musikalische Ideen (1) und die Musikerinnen (hier sind es 20! – siehe Liste unten). (2) mit ihren Instrumenten (3), ihre Reaktionen auch untereinander (4) und der … Musikalische Hermeneutik, praktisch – Jazzfest Berlin 2017 (Sonntag) weiterlesen